Kanaren Insel "El Hierro" - Das Ende der damaligen Welt
Die kleinste und westlichste Insel der Kanaren ist El Hierro (vormals Ferro) mit 280 km² . Sie liegt ca. 60 km südlich von La Palma, ist an ihrer höchsten Stelle (dem Malpaso) 1.500 m hoch und hat ca. 10.000 Einwohner. Die Hauptstadt Valverde liegt im Nordosten der Insel.
El Hierro ist wie seine Nachbarinseln vulkanischen Ursprungs und bietet trotz der geringen Größe eine große landschaftliche Vielfalt, bizarre Lavaformationen im Süden und Westen, Wiesen und Weiden in der Hochebene von Nisdafe, Obstplantagen und Weingärten im Nordwesten sowie Feigen- und Mandelhaine im Westen El Pinars . Viele seltene Pflanzenarten findet man, wie den „Sabina-Baum“, eine phantastische Wacholderformation.
Der nach Nordwesten zum Atlantik offene El Golfo stellt möglicherweise den Rest eines großen Vulkankraters dar, der durch einen Erdrutsch zerstört wurde. Die verschwiegenste und kleinste Insel der Kanaren ist auch die am wenigsten bekannte. Sie ist mit nur ca. 10.000 Einwohnern dünn besiedelt und lange Zeit von Touristen unbeachtet geblieben. El Hierro wurde im Jahr 1405 von Spanien erobert. Seit dem Altertum und bis zur Entdeckung Amerikas glaubte man, die Insel sei das Ende der westlichen Welt.

El Hierro ist durch Flug- und Fährverbindungen mit Teneriffa verbunden. Vom Nordflughafen Los Rodeos auf Teneriffa fliegt in der Regel 3 mal täglich eine Turboprop-Maschine nach Valverde (ca. 30 Minuten), von Los Christianos gibt es 2 mal täglich eine Fährverbindung (ca. 4 Stunden) zum Puerto de Estaca unweit von Valverde.
Das "Mar de las Calmas" genannte Meergebiet an der Südwestküste der Insel gehört zu den besten Tauchgebieten Europas.
Die Vegetation und damit das Landschaftsbild der Insel wird - wie auf den meisten kanarischen Inseln - bestimmt durch den Passat, einen feuchten, das ganze Jahr über mehr oder weniger konstant wehenden Nordostwind. Er bringt mit seinen Wolken den Nordhängen der Insel viel Feuchtigkeit, die eine Lorbeerwald und teilweise üppige Vegetation begünstigt, während an der Südseite erheblich weniger Niederschläge fallen und dort nur eine entsprechend karge Pflanzenwelt gedeiht. Nur in den höheren Lagen der Südseite trifft man eine ausgedehnte Kiefernwaldregion an, in der es sich wunderschön wandern lässt. Im Gebiet um den an der Südspitze gelegenen kleinen Fischerhafen La Restinga fehlt die Vegetation fast gänzlich. Dafür erstrecken sich dort weite Lavafelder, die dem Besucher eine Fülle von skurrilen Strick- und Fladenlava-Formen bieten.
Im Inneren der Insel in der Nähe von San Andres findet sich eines der Wahrzeichen der Insel, der "Arbol Santo" oder Garoé, der heilige Baum der Ureinwohner. Ein kleines Informationszentrum informiert über Geschichte und Bedeutung dieses Baumes, der von den Ureinwohnern als "Wasserspender" genutzt und verehrt wurde.
Badestrände sind auf der Insel Mangelware. Ein einziger schöner Sandstrand von einigen 100 Metern Länge ("Playa del Verodal") befindet sich an der Westküste. Wegen einer meist sehr ausgeprägten Brandung ist er jedoch nur geübten Schwimmern zu empfehlen. Im Golfo an der Nordwestseite der Insel gibt es jedoch einige durch kleine Mauern gegen die Brandung geschützte Meeresschwimmbecken ("La Maceta"). Ebenfalls zum Baden geeignet ist der kleine Sandstrand im Hafen von La Restinga, der durch seine durch die Mole geschützte Lage ganzjährig zum Baden im sehr sauberen Wasser einlädt. Eine auch bei den Herrenos sehr beliebte Badestelle ist das Tacoron, ca. 5 km nordwestlich von La Restinga. Sehr sauberes Wasser und eine artenreiche Fauna machen das Schnorcheln hier zu einem Erlebnis. Oberhalb der Badestelle gibt es schattige Grillplätze und einen kleinen Restaurant-Kiosk mit kanarischer Küche.
Besonders erwähnenswert: die vielen schönen Aussichtspunkte ("Miradores"), die an besonders exponierten Stellen und oft mit viel Liebe angelegt und ausgestaltet sind. Beispiele: Mirador de Las Playas am Ostrand der Insel über der Bucht von las Playas, Mirador de la Peña mit dem von Cesar Manrique entworfenen Restaurant und einem beeindruckenden Blick auf die Bucht El Golfo.
Vom Massentourismus ist die Insel bislang verschont geblieben, und das soll nach dem Willen der Inselbewohner auch so bleiben. Die umständliche Erreichbarkeit und das weitgehende Fehlen von kinderfreundlichen Stränden tun das ihre dazu, um die Insel für Familienurlaube wenig attraktiv zu machen. Für den Individual-Urlauber jedoch ist sie mit ihren vielen verschiedenen Landschaftsbildern ein reizvolles Ziel.
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