Bei der „Semana Santa“, der spanischen Karwoche, laufen hinter den Heiligenstatuen bis zu 4.000 Büßer her. Sie alle tragen einen hohen Spitzhut, der Nicht-Eingeweihte an Mitglieder des Ku-Klux-Klan erinnert. Jede Bruderschaft hat ihr eigenes Gewand, ihre eigenen Farben und Embleme. Im 14. Jahrhundert untersagte die Kirche die öffentliche Sühne – woraufhin sich die Büßer weite Mäntel mit spitzen Mützen überstülpten, die nur noch zwei Augenschlitze frei ließen. Spezielle Werkstätten in Andalusien stellen diese seltsame Kopfbedeckung her.
Málaga gilt als eine der Hauptstädte der „Semana Santa“: insgesamt 41 Prozessionen schieben sich hier jeweils durch die Stadt. Dabei sind die „Nazarenos“ die Büßer, die die Heiligenstatuen der Bruderschaften, die Tronos, tragen, mit verdeckten Gesichtern und den langen, spitzen Hüten, die an den Ku-Klux-Klan erinnern. Die Hüte werden in speziellen Werkstätten angefertigt, es ist ein altes Handwerk. In Málaga gibt es gerade einmal zwei Geschäfte, in denen man die „Capirotes“ maßgeschneidert kaufen kann. Sie beliefern auch Bruderschaften über die Grenzen der Provinz hinaus. An den Kiosken findet man während der Karwoche zwar immer häufiger auch Spitzhüte in Einheitsgrößen, aber die sind eher als Souvenir für die Touristen gedacht als für die Büßer der Prozessionen. Einer der beiden Läden, die sich diesem Handwerk widmen, ist das Geschäft von Miguel Pérez, der in der Stadt auch als „el tío de los capirotes“, der Onkel der Spitzhüte, bekannt ist.
Der Onkel der Spitzhüte
Traditionell werden bei Pérez in der Calle Malasana, in einer verwinkelten Straße in der Altstadt von Málaga, die Hüte der Nazarenos aus Karton hergestellt. In der kleinen, düsteren Werkstatt arbeiten Pérez, seine beiden Söhne und sein über 80-jähriger Vater. Um den Hals des buckligen Manns baumelt ein Metermaß, in seiner hinteren Hosentasche steckt eine riesige Schere und eine Tube Klebstoff. Der Hutmacher passt den geschnittenen Karton an den Kopf des Kunden an und klebt ihn dann einfach mit einem starken Kleber zusammen. Fünf Minuten dauert die Prozedur und das Ergebnis kostet den Büßer zwischen fünf und sieben Euro. Der Überzug jeder Bruderschaft muss dann nur noch über die Kartonhüte gestülpt werden. Die bordeauxroten, flaschengrünen und schwarzen Stoffe verwandeln den Karton erst in die Hüte der Büßer und zeichnen sie als Mitglieder einer bestimmten Bruderschaft aus. Pérez ist der Enkel des Gründers der Werkstatt, die schon seit 1917 mitten im Zentrum von Málaga den Nazarenos ihre Spitzhüte verpasst. Sein Geschäft versorgt Mitglieder von Bruderschaften an der ganzen Costa del Sol und bis an die Costa de la Luz in Cádiz: Jedes Jahr lassen sich mehr als 3.000 Nazarenos ihre Capirotes bei ihm anfertigen. Wer eine Woche vor der Karwoche in seiner Ladenwerkstatt vorbeischaut, sieht die Büßer bis auf die Straße Schlange stehen: „Vor allem in den letzten beiden Wochen vor Semana Santa kommen wir nicht mehr zur Ruhe“, sagt er.
In dem Geschäft „Nazareno“ hingegen, im Viertel la Trinidad, nur ein paar Straßen vom Laden von Miguel Pérez entfernt, ist es so kurz vor der Semana Santa ruhig. Zwei Wochen vor der Karwoche nimmt Miguel Pico bereits die letzten Bestellungen für Capirotes entgegen. Auch in seinem Laden können die Nazarenos ihre maßgeschneiderten Hüte bestellen. Allerdings sind sie hier nicht aus Karton, sondern aus Plastik und es dauert nicht fünf Minuten, sondern eine Woche bis sie fertig sind. „Plastik ist leichter zu tragen und drückt nicht so auf die Stirn, wie der Karton“, erklärt Miguel Pico den Vorteil der neuen Methode. „Außerdem halten unsere Capirotes viel länger.“ Pico muss die Vorteile kennen, die Büßer sind konservativ, es hat ihn ein gutes Stück Überzeugungskraft gekostet, bis er einen Kundenstamm gewinnen konnte. Die Plastikhüte stellt er nicht selbst her, sondern gibt die Maße an eine Firma „außerhalb von Andalusien“ weiter, die ihm dann die fertigen Capirotes zuschickt. Wo die Firma genau liegt, will er nicht sagen. „Berufsgeheimnis“, sagt er geheimnisvoll. Bis jetzt ist er der einzige, der in Málaga die „modernen“ Capirotes verkauft.
Während der Semana Santa sitzen sowohl Pérez als auch Pico in den ersten Zuschauerreihen der Umzüge. Die Bruderschaften, die ihre Büßer bei Pérez ausstatten lassen, schicken ihm jedes Jahr Karten für die begehrten Sitzreihen, bei Pico ist es nicht anders. Zu sehen bekommen sich die beiden Konkurrenten dabei allerdings nie. Denn ihre jeweiligen Cofradías tragen nicht am gleichen Tag die Heiligenfiguren durch die Altstadt. „Aber zwischen uns gibt es eigentlich gar keine Konkurrenz“, erklärt Pico großmütig. „Wir bieten schließlich ein völlig unterschiedliches Produkt an.“ Pérez sieht das etwas anders: „Auch wenn die Mitglieder der Bruderschaften eher an Traditionen haften bleiben. Die Spitzhüte von Pico könnten mir langfristig das Geschäft vermiesen.“ Die Spitzhüte selbst kommen aber bestimmt nicht so bald aus der Mode. Denn ohne Capirotes gibt es in Spanien keine Semana Santa.
Veronica Frenzel
Quelle: Radio Megawelle
Insgesamt 20 Autos sind von einem 41-jährigen Mann an der Costa del Silencio beschädigt worden. Der Canario hat sich in auf das Dach eines im Bau befindlichen Gebäudes begeben und von dort aus mit Zementblöcken geworfen. Anwohner haben den Mann beobachtet und die Polizei verständigt. Als die Beamten am Einsatzort ankamen, schmiß der 41-jährige allerdings weiterhin Zementstücke vom Dach – auch auf die Beamten. Nach ersten Informationen der Polizei ist der Canario psychisch gestört – über weitere Motive ist bisher noch nichts bekannt.
Studenten der Universität von La Laguna auf
In einem spannenden Spiel konnte der CD Tenerife in Córdoba einen Punkt retten. Hier stand es immerhin bis zur 82. Minute 2:0 für Córdoba. Iriome und Arruabarrena trafen in letzter Minute für den CD Tenerife noch zwei Tore und führten so zum Endstand von 2:2.