Eines der historischten Orte der Kanarischen Insel ist Garachico. Wegen des reichen, kultur-historischen Erbes und vor allem dessen sorgfältiger Erhaltung wurde der Stadt 1980 die Goldmedaille für künstliche Verdienste verliehen. Der Respekt vor diesem Vermächtnis hat es möglich gemacht, dass Garachico heutzutage vor allem im Bereich des Stadtbaus und der traditionellen Architektur eine wertvolle Abbildung kanarischer Kunst ist. Aus diesem Grund erklärte die Kanarische Regierung 1994 die Straßengestaltung zum kulturellen Erbgut und stufte sie als kunsthistorischen Komplex ein.
Garachico setzt sich aus acht Ortsteilen zusammen: dem Stadtkern, San Juan del Peparo, La Caleta de Interián, Genovés, La Montañeta, El Guincho, San Pedro und Las Cruces.
Die Geschichte
Die Geschichte von Garachico bildeten das 16. und 17. Jahrhundert die goldene Zeit. Die Wirtschaft blühte durch die zunehmende Bedeutung des Hafens vor allem im 16. Jahrhundert. Garachico wurde als Handelsweg zu Europa, Afrika und Amerika das wichtigste Tor von Teneriffa.
Durch die blühende Hafentätigkeit entwickelte sich die Stadt zunehmend. Schon bald legte man die ersten Straßen und Plätze an und errichtete Gebäude jeglicher Art. Am Ende des 17. Jahrhunderts zählte der Ort mit zwei Kirchen, einem Krankenhaus, einer Festung, fünf Klostern, mehreren Kapellen und prächtigen Herrenhäusern.
Nicht alles war aber Glanz. Mehrere tragische Ereignisse fügten ihr vor allem im 17. Jahrhundert große Schäden zu: 1559 tobte das Meer, zwischen 1601 und 1606 wütete die Pest, eine Überschwemmung gab es 1645, 1659 eine Heuschreckenplage und in den Jahren 1692 und 1697 fiel die Stadt teilweise den Flammen zum Opfer. Garachico erholte sich aber von all diesen Katastrophen. Ohnmächtig war die Stadt allerdings gegen den Vulkanausbruch am 05. Mai 1706. Das Ergebnis setzte der bisher vorherrschenden Hafenbedeutung ein Ende. Die Zerstörung durch die Naturgewalt markierte die Nachkommen für ewig.
Das Handelsleben schrumpfte auf unbedeutende Landwirtschaft und Fischerei zusammen. Ein Großteil der Bevölkerung wanderte im 19. und 20. Jahrhundert nach Amerika aus, um dort ihr Glück zu versuchen. Neue Projekte verbessern die Zukunftsaussichten der Hafentradition.
Sehenswürdigkeiten
Das Auswanderer-Denkmal
Bronzestatur des Bildhauers und Dichters Fernando Garciarramos, eines Einheimischen aus Teneriffa. Das Denkmal wurde am 3. August 1990 als Hommage auf die Kanarier eingeweiht, die zu allen Zeiten aus verschiedenen Gründen gezwungen waren, die Inseln auf der Suche nach einer besseren Zukunft zu verlassen.
Der ehemalige Hafen von Garachico
Der Hafen von Garchico wurde unter dem König Philipp II von Spanien erweitert. Von diesem Hafen aus transportieren die Schiffe Zucker und den berühmten Malvasier-Wein in die neue Welt. Der Vulkanausbruch 1706 begrub die herrliche Bucht für immer unter sich. Tensei Tenmoku ist ein Werk des japanischen Künstlers Kann Yasuda. Die Skulptur aus Carrara-Marmor wurde im Februar 2002 eingeweiht.
Das Tor zum Land
Das ehemalige Tor war der Ein- und Ausgang für die Waren, die im Hafen von Garachico ausgeladen und verladen wurden.
Die Weinpresse vom Gehöft San Juan Degollado erinnert an die Bedeutung des Weinanbaus und der Weinexportation. Zudem stechen zwei weitere Denkmäler hervor: Das eine ist dem genuesischen Bankier Christóbal de Ponte gewidmet, der traditionell als Gründer von Garachico betrachtet wird. Das andere Kunstwerk stammt vom jugoslawischen Künstler Tomé Serafimovki und ehrt den Dichtet Rafael Alberti der südspanischen Provinz Cádiz.
Pfarrkirche
Das Gotteshaus wurde nach 1520 errichtet. Das ursprüngliche Gebäude erlitt die Folgen des Vulkanausbruchs von 1706. Erhalten blieben nur die Fundamente und die Außenmauer. Der Wiederaufbau erfolgte zwischen 1714 und 1721.
Freiheitsplatz
Im Verlauf der Geschichte erhielt dieser Platz verschiedene Namen. Die Bewohner kennen ihn allerdings unter „Plaza de Arriba“, als den „oberen Platz“.
Sehenswert ist das Denkmal an Simón Bolivar, ein Werk des Bildhauers Juan Jaén Diaz.
In den Pflasterungen des Platzes sind die bronzenen Wappen der Länder eingelegt, für die sich die Unabhängigkeitskämpfer Bolivar eingesetzt hat.
Der Palast
Im Volksmund wird dieses Gebäude das „Steinhaus“ genannt. Es wurde in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaut. Der Vulkanausbruch 1706 fügte dem Gebäude großen Schaden zu und war lange Zeit zerstört. Nur das Hauptgebäude besteht heute noch in seiner ursprünglichen Form.
Ehemaliges Kloster von San Francisco
Dieser Gebäudekomplex stammt aus dem Jahr 1524. Der 2-stöckige Bau hat zwei Kreuzgänge. Außerordentlich ist vor allem die breite Seitentreppe mit der prachtvollen Kassettendecke im Mudejarstil. Das städtische Kulturhaus befindet sich in dem ehemaligen Kloster.
Kirche
Diese Kirche gehört zum ehemaligen Franziskaner-Kloster, dem ersten Kloster von Garachico. Das Gotteshaus grenzt an den Kloster-Kreuzgang. Der Glockenturm konnte trotz des Brandes 1706 gerettet werden. Das restliche Gebäude wurde neu errichtet.
Ehemaliges Augustiner-Kloster
Das Kloster, 1621 als Augustiner-Sitz gegründet, war ab 1640 eine bekannte Schule der lateinischen Kultur und Kunst und wurde in erzieherischer und kultureller Hinsicht sehr bedeutend. Das Gebäude brannte 1697 nieder. 1825 brannte es erneut nieder. Schließlich wurde es nur noch als Familienwohnsitz benutzt.
Nonnenkloster
Bekannt ist dieses Kloster unter der Bezeichnung San Pedro und San Christóbal bekannt. Das Kloster des Concepcionista-Ordens ist auf 1637 datiert. Das Kloster blieb von dem Vulkanausbruch verschont, wurde aber durch einen Brand 1709 zerstört. Zwischen 1745 und 1749 wurde es wieder aufgebaut; aber erneut wurde es teilweise 1856 durch das tobende Meer vernichtet.
Die Mühlen
Der kleine bescheidene Bau ist aus mehreren zusammengehörender Getreidemühlen übrig geblieben. Die restlichen Gebäude, deren Mühlen ausschließlich durch das Wasser der Kanäle betrieben wurden, sind im Verlaufe des 19. Jahrhunderts verschwunden.
Der Lavastrom von 1706 streifte diesen Ortsteil seitlich und riss sowohl die Kapelle als auch sämtliche Mühlen mit sich fort.
Herrenhaus
Alonso del Hoyo errichtete den prachtvollen Bau auf dem gleichnamigen Gelände im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts.
Sehr interessant ist die Kapelle, die 1636 zu Ehren des San Antonio errichtet wurde. Dank der privilegierten Lage wurde sie von den zerstörenden Lavamassen verschont.
Dominikaner-Kloster
Das Kloster wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts fertig gestellt. Seine gute Lage verschonte es vor dem Vulkanausbruch 1706.
An der herrlichen Fassade prangen die Balkone im traditionell portugiesischen Stil.
Die Klosterkirche beherbergt heute das städtische Konzerthaus und das Museum für zeitgenössische Kunst.
Kapelle
Anfang des 17. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus wegen der Pest errichtet, die zwischen 1601 und 1606 in der Stadt wüstete.
Diese heilige Stätte ist für das religiöse Leben besonders bedeutend. Sie beherbergt die Figur des heiligen Patrons, San Roque. Das Kunstwerk wird v on den Fachleuten in den andalusischen Barock des 17. Jahrhunderts ein gestuft.
Denkmal an die Weinausschüttung
Dieses Kunstwerk aus weißem Carrara-Marmor wurde von dem Bildhauer Luis Montull aus Gran Canaria geschaffen.
Natürliche Schwimmbäder
Die touristische Hauptattraktion sind die Meeresschwimmbäder. Bei klimatisch günstigen Bedingungen sind ein Becken ideal für ein angenehmes Bad und ein gemütliches Entspannen im Sonnenschein. Die Anlage ist ein launisches Werk der alten Lavaströme. Direkt daneben liegt die städtische Sportanlage mit einem großen künstlichen Meeresschwimmbecken.
Festung
Am 25. Juli 1575 wurde die Festung auf einem königlichen Erlass des Philipp II errichtet. Das Bollwerk wurde durch den Brand 1697 stark beschädigt und später wieder aufgebaut. Bis 1876 war die Festung der Sitz der Artillerieabteilung der städtischen Bürgerwehr. In der steinernen Fassade stechen über dem Eingang die Wappen der spanischen Krone, der Insel Teneriffa und der adligen Familie hervor, die mit der Festigungsgeschichte verbunden sind. 1999 wurde der Bau zum Kulturgut von besonderem Wert erklärt und als Monument eingestuft.
Das Gebäude beherbergt heute das Centro de Información Patrimonial CIPA, das Informationszentrum über Kulturgüter.
Kapelle
Im historischen Ortsteil Los Reyes liegt die kleine Kapelle. Die Kapelle wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Der Vulkanausbruch 1706 verschonte die Kirche. Es wurde als ein Wunder bezeichnet und umwob das Gotteshaus mit einer Legende.
Kirche San Pedro de Daute
Die Kirche wurde auf der Seite errichtet, die als Gründungsort von Garachico angesehen wird. Sein Ursprung geht auf da 15. Jahrhundert zurück. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert wurde die Kirche umgestaltet und hat nun wenig mit der ursprünglichen Kulturstätte gemeinsam.
Im Inneren der Kirche fallen zwei Kunstwerke aus dem 17. Jahrhundert auf: Die Madonnafigur Nuestra Señora de la Concepción und das Kunstwerk von San Pedro Apóstol, das einem Künstler der Insel zugesprochen wird.
Kirche San Andrés Apostol
Im Ortsteil La Celeta de Interián befindet sich diese Kirche. Gegründet wurde sie durch Fabián Viña Negrón. Der Bau hat Ende des 16. Jahrhunderts begonnen. Fertig gestellt wurde sie ihm Jahre 1623. Im Jahre 1780 wurde sie restauriert und im Jahre 1900 ausgebaut. 1927 ersetzte man die Glockenwand durch einen Glockenturm, der dann gegen Ende des 20. Jahrhunderts durch das gegenwärtig bestehende Bauelement ausgetauscht wurde.
1963 wurde das Gotteshaus zur Pfarrkirche geweiht. Die Figur des San Andrés verleiht dem Kircherinnern eine beachtliche künstlerische Bedeutung.
Kirche San Juan del Reparo
Die Kunststätte aus dem 17. Jahrhundert befindet sich im gleichnamigen Ortsteil im höher gelegenen Teil von Garachico. 1930 wurde sie zur Pfarrkirche erklärt.
Der gegenwärtige Turm stammt aus dem Jahre 1964.
In der Kirche sticht die im Mudejarstil errichtete Decke, der Hochaltar und ein wertvolles Gemälde der Heiligen Jungfrau Virgen de Guadalupe hervor.
Sport und Freizeit
Meeresschwimmbecken von La Caleta
Ergänzt werden sie durch weitere kleine Meeresecken und –buchten entlang dem Gemeindegebiet. Sowohl in der Bucht als auch an der Einfahrt der alten Hafenmole gibt es ideale Stellen zum Tauchen.
Ein weiteres natürliches Erholungsgebiet findet man in der Freizeitanlage Arenas Negras, die vom berühmten Vulkanausbruch aus dem Jahre 1706 geprägt ist. Bereichert wird das Freizeitangebot durch vielfältige Wandermöglichkeiten auf ehemaligen Verbindungspfaden und königlichen Handelswegen.
Zusätzliche Mußestunden bieten auch die aufgeführten traditionellen Feste und Feierlichkeiten sowie ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot, das sowohl öffentliche als auch private Einrichtungen fortgesetzt organisieren.
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