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Allgemeine Informationen über Lanzarote - Seite 2

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Lanzarote ist keine gewöhnliche Insel. Dieses Eiland, von Vulkanausbrüchen gestaltet, ist einmalig und eigenwillig. Das Innere der Erde nach außen gekehrt, mehr als ein Drittel der Insel bedeckt mit schwarzer Lava und grauem Tuff, mit Schlacken und vulkanischen Sand, der karge Boden durchzogen von erkalteten Lavaströmen, die scheinbar noch fließen, vor etwas mehr als 250 Jahren wiederholte sich hier Schöpfungsgeschichte. Im Nationalpark Timanfaya, wo die Feuerberge stehen, liegen " Mondlandschaften". Dort erhält man die Vorstellung vom " Meer der Ruhe" und den gewaltigen Kräften, die im Erdinneren geballt und gefangen sind. Doch die Berge wirken beruhigend, als wären unter ihnen keine Dörfer begraben. Hier und an anderen Orten der Insel, findet man Kunst ohne Künstler, Landschaftsarchitektur ohne Architekten.
Die Natur stellte sich bizarre Plastiken in die Gegend, malte Bühnenbilder, schrieb ihre Dramaturgie, Kontraste sorgen für Spannung. Die Häuser sind weiß gekalkt, die Felder schwarz, bedeckt mit Picon (ein Erdgußgestein, auch Lavagranulat), bestellt mit Mais und Zwiebeln, Lindgrün, Gelb, Tomatenrot auf dunklem Grund. Den Pflug zieht das Dromedar, die Bauern ernten noch gemeinsam; von Feld zu Feld. Vereinzelt stehen Palmen mit kugeligen Blätterdach. Die Berge, mit ihren sanft geschwungenen Hängen, wechseln ihre Farben je nach Licht. Wer will, findet hier " verwirklichten " Surrealismus. Natursteinmauern durchziehen die Ebenen , Wein und Feigen gedeihen im künstlich angelegten Krater ( La Geria).
An der Westküste, wo ein Spaziergang sich lohnt, wo der anländige Wind an manchen Tagen Regenbögen vor sich betreibt, geworfen von der Gischt, dort zeichnen sich mit scharfen Linien Magmablöcke ab, die wirken hin und wieder wie Gestalten.
Oder die weißen Strände im Süden - Papuagayo -, noch geschützt vor Bebauung, nicht mehr gefeit gegen Überfüllung. Sie sind die schönsten Strände der Insel.

Auf Lanzarote gibt es keine Wälder, kaum Quellen, kein Grundwasser. Der Harmattan, der Schirokko, der Levante, allesamt Wüstenwinde, trocknen den Boden aus. Doch die Erde kann blühen. Nach seltenen Regenfällen (vorwiegend im Winter) wächst der Mohn und Margeriten und vieles mehr.
Wer nicht gerade im Hochsommer anreist, findet im Norden eine, für diese trockene Insel, überraschend üppige Vegetation, etwa in Haria, im Tal der 1000 Palmen, einen Hain mit maurisch wirkendem Dorf.
Lanzarote besitzt Urkraft; und ästhetische Kraft. Die Architektur wurde der Landschaft angepasst, nur ein Hochhaus in der Hauptstadt Arrecife mahnt, nicht nochmals in die Höhe zu bauen. Die Touristikzentren wurden auf drei Ortschaften konzentriert: Puerto del Carmen, Costa Teguise und Playa Blanca.
Die Lanzarotellos sind unaufdringlich e, gastfreundliche Menschen, leicht distanziert, aber ihr Distanzverhalten hat nichts Abweisendes. Sie sind vom frohen Gemüt, man sieht ihnen an, dass sie schwer arbeiten, dass die Älteren unter Entbehrungen gelitten haben, das macht sie zäh, aber nicht hart. Lanzarote, von den Altkanariern Tyterogakaet, Tyteroygatera oder Tarakkaut ( die Bedeutungen sind unbekannt) genannt, ist die nordöstlichste , ist die seltsamste, ursprünglichste und beeindruckendste Insel des gesamten Kanarischen Archipels.



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Temperaturen und Lage

Den "ewigen" Frühling, das milde, beständige Klima, bringen der kühle Kanarenstrom und die unentwegt herrschenden Passatwinde. So wird Sommer wie Winter für angenehme Temperaturen gesorgt (durchschnittlich im Januar 17,5 Grad; im Juli 24,2 Grad ), die in solch äquatornahen Breiten weit höher ausfallen müssten.
Der Kanarische Archipel, letzte Station vor der Überfahrt nach Amerika, mehr als 1600 km nordöstlich der Kapverdischen Inseln, 1200 bis 1400 km südöstlich der Azoren, etwa 1000 km südwestlich von Gibraltar und 500 km südlich von Madeira, liegt 115 bis 500 km entfernt von der Küste Nordwest - Afrikas, vor Kap Juby.
Der Archipel, etwa auf den gleichen Breitengraden gelegen wie Florida, die Bahamas, die Sahara und Delhi, besteht aus sieben Haupt- und sechs Nebeninseln. Sie werden in zwei Gruppen geteilt: die Fortunaten La Palma, El Hierro, La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria; und die Purpurarien Fuerteventura und Lanzarote. Die Gesamtfläche beträgt 7499 qkm und erstreckt sich etwa 500 km von Osten nach Westen (zwischen 27 Grad 38 Grad und 29 Grad 25 Grad nördlicher Breite) und mehr als 200 km von norden nach Süden (zwischen 13 Grad 20 Grad und 18 Grad 9 Grad westlicher Länge). Entlang am Passat, davon sprechen jedenfalls die Segler, gelänge man von hier aus unfehlbar und mit dem Wind an den Panamakanal, vor dessen anderen Ende bekanntlich die Galapagos-Inseln liegen.



Geologischer Ursprung

Sind die Kanarischen Inseln Reste eines versunkenen Kontinents? Sind sie mit den Azoren, Kapverdischen Inseln und Madeira die letzten, also höchsten Erhebungen von Atlantis? Atlantis, größer als Asien und Libyen zusammen, soll in einer Nacht von der Sintflut überschwemmt worden sein, die angeblich durch die Entstehung eines Mondes verursacht wurde.
Die Theorien über den geologischen Ursprung der Inseln widersprechen sich. Atlantis hier zu suchen, scheint nach dem heutigen Stand der Forschung , Illusion. Auch die Theorien, es hätte einst zwischen den Inseln und Afrika eine Landbrücke gegeben, oder die Kanaren säßen auf kontinentaler Kruste, haben sich nicht erhärtet. Heute wird angenommen, dass die Kanaren reinen ozeanischen Ursprungs sind und nie mit dem Kontinent verbunden waren. Tausende von Metern wurden Teile von einem vulkanischen Sockel gehoben. Die Aufbauphase, Schildphase genannt, dauerte eine halbe Million Jahre und bildete 90 % der jetzigen Landmasse. Fuerteventura und Lanzarote sind die ältesten Inseln. Sie entstanden im mittleren Miozän, etwa vor 16 - 20 Millionen Jahren. Gran Canaria soll sich vor 13 - 14 Millionen Jahren gebildet haben, Teneriffa und Gomera etwa vor 30 Millionen Jahren, La Palma und El Hierro sagt man ein Alter von 2 bis 3 Millionen Jahren nach.
Bemerkenswert ist das Altersgefälle von den östlichen zu den westlichen Inseln. Die Altersabnahme entspricht der Theorie der Plattentektonik, die besagt, dass sich ozeanische Kruste aus basaltischen Magnom unentwegt neu bildet. Dadurch driften seit etwa 9 Millionen Jahren Europa/Afrika und der amerikanische Kontinent 1 bis 2 cm pro Jahr auseinander. Der obere Erdmantel, etwa 400 km stark, besteht im wesentlichen aus Peridonitgestein. Bis etwa 100 km Tiefe liegt die feste Lithosphäre im östlicher Richtung an der Grenzfläche zur Astenosphäre bewegt, während aus stabilen Kammern der Astenosphäre immer wieder Magnam an die Erdoberfläche steigen. Auf diese Weise sollen nach und nach die Inseln zum Westen hin entstanden sein.



Die Altkanarier

Die ersten Altkanarier, Urbevölkerung des Archipels, fälschlicherweise auch Guanchen genannt ( Guanches bedeutet " Söhne Teneriffas", wurden um 3000 v. Chr. Auf die Inseln verschlagen. Wahrscheinlich kamen sie mit primitiven Booten unfreiwillig. Während des Fischens vor der afrikanischen Küste getrieben vom ablandig wehenden Harmattan, dem heißen Saharawind, der Sand und gelegentlich Heuschreckenschwärme mit sich trägt, der westwärts bläst, auf die Kanaren zu. Mit dem Harmattan, in gleicher Richtung, wirken starke Meeresströmungen , gegen die kein Ankommen ist, mit einfachen Booten. Wer abtrieb und auf einer der Inseln landete, konnte von Glück sprechen, obwohl der Rückweg für immer versperrt blieb.
Diese Herkunftstheorie ist heute für die meisten Wissenschaftler haltbar, auch wenn kein e Wasserfahrzeuge aus damaliger Zeit gefunden wurden. Schon der Festungsbaumeister Leonardo Torriani (1590) nahm an, dass die Urbevölkerung die Inseln mit Booten - möglicherweise auf Einbäumen - erreicht hat. Das ist um so erstaunlicher, da zwischen den einzelnen Inseln bis ins 14. Jahrhundert - nach Aussagen der spanischen Eroberer- keine Verbindungen bestanden haben sollen, die Altkanarier also des Bootebauens und der Seefahrt nicht mächtig waren. (Diesen Aussagen widerspricht al-drisi, der arabische Geograph, in seinen Ausführungen. Ihm zufolge berichteten 1124 portugiesische Seefahrer von Schiffen, die die Altkanarier benutzt hatten. Anthropologische Untersuchungen an Skeletten untermauern eine mögliche Verbindung zwischen den Inseln vor der Zeit der Eroberung).
Spanische Chronisten berichteten über die Altkanarier von hochgewachsenen, schönen, teilweise blonden und roothaarigen Menschen weißer Rasse. Der Dominikaner Fray Alonso Espinosa (1944) würdigte ihre Eigenschaften. Seinen Schriften zufolge waren sie großmütige, ehrenvolle Menschen, die ihr Wort hieletn, tapfer, mitfühlend und niemals grausam waren, beschenkt mit Ideenreichtum und außergewöhnlichen geistigen Fähigkeiten. Die Rasse der Altkanarier ist bis heute im kanarischen Volk erhalten.
Wie anthropologische Untersuchungen ergaben, stammten die ersten Bewohner vom Cromagson-Menschen (breites, derbes Gesicht) ab, den man in Westirland, der Bretagne, in Südfrankreich, im Baskenland und unter den Berberstämmen Nordafrikas findet. (Der Berber ist von weißer Rasse, blond oder dunkelhaarig). Die Anthropologin Ilse Schwidetzky nimmt an, dass die Inseln mindestens zweimal bevölkert worden sind. Etwa 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung landete ein zweiter, der mediterranere Typus (schmales, feines Gesicht)auf den Inseln. Nach Untersuchungen an Mumien und Skeletten war der mediterranere Typus von höherem Wuchs, war den Cromagiden überlegen und gehörte vorwiegend der herrschenden Klasse an.
Bei Sprach- und Schriftvergleichen entdeckte der Forscher Dominik Josef Wölfel (1888 - 1963) Verbindungen zwischen altkanarischen und nordafrikanischen Inschriften. Die in Stein gravierten Spiralen der Höhle von Belmaco auf La Palma, so genannte megalitische Petroglyphon, eine "Sinnschrift", entsprechen dem Fundus Nordafrika, Westirland una am deutlichsten den Spiralgravierungen des bretonischen Königsgrabes von Gravinnais. Inschriften auf Hierro haben Ahnlichkeiten mit libyschen und numidischen Schriftzeichen aus punischer und römischer Zeit in Nordafrika und dem Tifnagh (Schriftzeichen) der heutigen Tuareg(nach Wölfel).
Die letreos von Julian auf Hierro enthalten Zeichen der kretischen Linearschrift. Schwidetzky und Wölfel vermuten für beide Schriften eine gemeinsame Quelle, die so genannte "Westkultur" . (Die "Westkultur" ist eine bisher unbekannte Hochkultur, die auf den Kanarischen Inseln ihre Spuren hinterließ und in die älteste ägyptische und kroatische Kultur mit einging. Die Schriftfunde haben mit der eigentlichen ägyptischen und kroatischen Kultur nichts zu tun, sondern hängen laut Wölfel, mit dem ältesten Mittelmeer zusammen. Sie stammen aus vor- und frühdynastischer Zeit Ägyptens und vor - und frühminosischer Zeit Kretas). Aus der Sprache der Altkanarier, die, von mundartlichen Unterschieden abgesehen, auf allen Inseln gleichen Ursprungs war, sind um etwa 1300 Wörter erhalten, die Ähnlichkeiten und Gleichheiten mit der Sprache der Berber aufweisen.
Die Altkanarier waren Hirten und Bauern. Hauptsächlich hielten sie Schafe, Ziegen und Schweine. Während der Winterzeit trieben sie die Horden in die Berge auf Allmenden (Weiden aus Gemeinbesitz). Jeder Stamm besaß ein festes Areal, um das sie oft heftige Weidenkämpfe führten. Das Ackerland war Eigentum der Stammeskönige. Den Familien wurde jedes Jahr Land zur Bewirtschaftung zugeteilt, das nach der Ernte an den Stammeskönig zurückfiel. Die Größe der Fläche richtete sich nach der Größe der Familie, nach Klassenzugehörigkeit und Verdiensten. Bestellt wurden die Felder in Gruppen, die auf Gran Canaria junta (gemeinsam), auf La Palma barrunda oder gallofa hießen.
In der Regel zog eine Gruppe von Feld zu Feld und arbeitete zusammen, ungeachtet der Besitzverhältnisse, bis alle Felder bestellt waren. Dieser Brauch ist auf manchen Inseln heute noch üblich. Kurz vor der Regenzeit (etwa Mitte September) begannen die Männer mit der Furchhölzern, deren Spitzen mit Ziegenhörnern versehen waren, den Boden zu lockern, während die Frauen aussäten. Angebaut wurden Gerste und Weizen, Erbsen und Saubohnen. Nach gemeinsamer Ernte droschen sie das Getreide mit Füßen oder Stöcken auf der era (runder Dreschplatz). Später ließen wohlhabendere Bauern ihre Dromedare und Kühe die Ähren zertreten, indem sie das Vieh auf der era im Kreis führten.
Hauptnahrung der Altkanarier war gofia, in Tonschalen geröstetes Gerstenmehl, das bis heute zur kanarischen Küche gehört. (inzwischen verwendet man Mais oder Weizen). Für die Zubereitung von gofio wurden Gerstenkörner auf Handmühlen aus Lavagestein zu feinem Mehl gemahlen und dann im zarrion einem Ziegenlederbeutel mit etwas Wasser zu Teig gewalkt. Gelegentlich verwendeten Sie statt Wasser den Saft von Früchten oder mengten zur Veredelung Honig bei. Die Armen hingegen konnten sich Gerste nicht leisten. Sie mussten sich mit Gofiomehl aus Farnwurzeln begnügen. Die Haustiere brachten den Altkanariern außer Milch und Käse auch Fleisch. Die Altkanarier ließen schlachten. Sie zwangen Gefangene, diese "entehrende" Arbeit zu verrichten. Ihre Mahlzeiten reicherten sie an mit Feigen, Datteln und Meeresfrüchten. Auf allen Inseln sind in Ufernähe immer wieder große Muschelhaufen, so genannte concheros, zu finden, die von den reichlichen Muschelverzehr der Einwohner zeugen.
Fische fingen sie von der Küste aus, ohne Boote, mit primitiven Angelhaken (aus Holz oder Knochen), verwendeten Lanzen, Reusen und Netze, genauer gesagt netzähnliche Matten, geflochten aus Binsen. In flachen Buchten - die Kanarier konnten nicht schwimmen - trieben sie Fischschwärme zusammen und betäubten die Fische mit dem Saft der Wolfsmilchgewächsen, den sie ins Wasser schütteten.
Die Inseln sind großzügig ausgestattet mit Höhlen und Überhängen im Lava- und Tuffgestein, so dass die Ureinwohner Wohnprobleme nicht kannten. Die Altkanarier waren jedoch keine reinen Höhlenmenschen. Wer nicht in den spärlich eingerichteten Höhlen hauste, lebte in überdachten Wohngruben oder in Stroh bedeckten Lehmhütten im Flachland. Das betraf vorwiegend die arme Bevölkerung. Sie bauten auch Hütten mit kunstvoll errichteten, mörtellosen Steinmauern. Diese Häuser hatten niedrige Türen und kleine Fenster, waren mit Holzbalken gedeckt, auf die sie Stroh ausbreiteten, auf das sie flache Steine verlegten. Betten errichteten sie aus Steinen, auf die sie ebenfalls Stroh, Matten aus Binsen oder Felle legten. Matten und Felle dienten auch als Zudecken.
An Werkzeugen kannten die Altkanarier Handmühlen aus Lavagestein von überraschender Präzision, Nadeln und Ahlen aus Gräten und Knochenstichel, Steinmesser aus Obsidian, ein hartes, scharfes Gesteinglas, das auch die Pfeilspitzen bildete. Sie nähten Lederbeutel und Mumienhüllen, flochten Binsensäcke, schnitzen Kämme und Gefäße aus Holz, töpferten für dieses kleine Umfeld eine vielfältige Keramik. Wölfel fand in der kanarischen Tiefstichkeramik Verbindungen zur Keramik des ältesten Ägypten und Nubien. Auf La Palma wurde eine eigenständige Keramik mit Press Keramik entdeckt, in den Gefäßen Gran Canarias sah Wölfel Parallelen zum Mittelmeerraum und zur frühminosischen Zeit Kretas.
Aus Binsen und Palmblättern flochten die Altkanarier Röcke, denn Gewebe kannten sie nicht. Ungegrillte Ziegen- und Schafsmützen vernähten sie mit Sehnen zu Kleidern, aus Leder schusterten sie Sandalen und Bandschuhe. Schmuck, den sie auch als Zahlungsmittel verwendeten, stellten sie aus Tonscheiben, Muscheln, Beinen und Knochen her, die sie auf Sehnen reiten. Hölzerne Wurfspeere, Keulen, Lanzen, Pfeile und Wurfsteine, mit denen sie erstaunlich treffsicher umgingen, dienten den Altkanariern als Kriegsgerät bei Stammesfehden und Kämpfen gegen die Eroberer.
Kämpfe führten die Stammeskönige an. Die Krieger empfanden ihren Anführere als ihre Seele. Fiel der König, ergaben sich die Krieger in den meisten Fällen willenlos. Die Eroberer erkannten schnell, dass sie nur den Häuptling in ihre Gewalt bringen mussten, um die tapferen, heldisch kämpfenden Krieger zu besiegen. Ein Doppelkönigtum war typisch für die Kanaren. Auf Teneriffa und La Palma hießen die Könige menceyes, auf Gran Canaria guarnateme, Könige hatten Ratgeber und Häuptlinge an ihrer Seite, auf manchen Inseln berieten Priester und Priesterinnen. Zu Zeiten der Eroberung Fuerteventuras herrschten neben vielen Herren zwei obere Frauen. Die eine, Tamonante genannt, hatte richterliche Funktion, die andere Tibiabin, eine Frau von medialer Begabung, prophetischer Kraft und hohem Wissen, war Priesterin.
Allen Stämmen lag ein Dreiklassensystem zugrunde, voran König und Königsfamilie, dann der Adel, dann das Volk. Angehörige des Volkes konnten in den Adelsstand erhoben werden, wenn hervorragende Verdienste sie auszeichneten. Geadelt wurde nur ein Mann, von dem keiner sagen konnte, er habe ihn Ziegen melken lassen, er habe in Friedenszeiten gestohlen, seine Mahlzeiten mit eigener Hand bereitet, oder sich, vor allen Frauen gegenüber unehrenhaft benommen. Konnte aber einer bei der Zeremonie das Gegenteil berichten, wurde der Anwärter bis an das Ende seiner Tage zum Gemeinen erklärt, geschoren und hieß von nun ab trasquilado (der Geschorene). Frauen aus der unteren Klasse konnten wahrscheinlich nur durch Heirat in die Adelsschicht aufsteigen. Die Frauen der Könige und Häuptlinge mussten adelig sein. So war Geschwisterehe üblich.

Erben konnten die Königswürde zuerst der nächstälteste Bruder, dann die Söhne des verstorbenen Königs. Auf Teneriffa herrschte in jedem Königtum ein lebender und ein toter König. Die Reliquien erhob den Toten zum noch immer gebietenden Herrscher.
Die Heiratssitten der Altkanarier ließen den Menschen große persönliche Freiheit. Wollten zwei heiraten, genügte der Wille der Partner. Ebenso genügte die Willenserklärung eines Partners, um die Ehe zu scheiden. Einer erneuten Ehe stand nichts im Wege. Benachteiligt waren die Kinder einer geschiedenen Ehe, sie galten als unehelich. Umstritten ist ob die Frauen von Gran Canaria und Lanzarote mit drei bis vier Männern verheiratet waren, die sich monatlich abwechselten in der Eigenschaft als Hausvorstand und Nutznießer der ehelichen Rechte.
Jede Insel hatte eine andere Strafgesetzgebung. Auf Fuerteventura schlagen sie dem Verbrecher mit einem Stein den Schädel ein. Die "Söhne Teneriffas" waren von außergewöhnlicher Milde. Dem Mörder nahmen sie den Besitz, um die Hinterbliebenen zu entschädigen, dann verjagten sie ihn aus dem Königreich. Auf Hierro kostete jeder Diebstahl ein Auge. Auf La Palma hingegen betrachteten die Einwohner Diebstahl als Knast.
Die Altkanarier glaubten auf allen Inseln an einen einzigen, allmächtigen, guten Gott, namens Abora, Acuharajan oder Althos (alle drei Wörter bedeuten groß). Abora stand Guayota, ein böser Gott, gegenüber. Dem Glauben nach hauste er im Krater des Teide auf Teneriffa und rächte die schlechten Taten der Menschen mit Vulkanausbrüchen. An kreisförmig angelegten Opferstätten, am Fuße der Vulkane, versuchten die Gläubigen Guayota mit Gaben zu besänftigen. In den Höhlen der Berge lebten geweihte Jungfrauen, die sich dem Dienste Aboras widmeten, nach einigen Jahren der Enthaltsamkeit den Frauenorden aber verlassen und sich verheiratetn durften, wobei die Könige und Adeligen Vorrecht auf die Jungfrauen besaßen. Das bekannteste Kloster ist die Anlage von Cenobio de Valeron auf Gran Canaria 297 Höhlen dienten als Klosterzellen und Kornkammern, die in sieben und mehr Stockwerken durch Galerien und Treppen miteinander verbunden waren. Prieterinnen hatten die Aufgabe, um Regen und Katastrophenzeiten um Aboras Schutz zu bitten,während den Priestern auch eine Richter- und Vermittlerrolle bei größeren Streitigkeiten zufiel.
Der Totenkult der Altkanarier erinnert an die Kultur Altägyptens. Die Leichen der Oberschicht wurden mumifiziert. Sie entfernten die Eingeweide, nie das Gehirn, verschlossen die Körperöffnungen mit Bienenwachs und rieben den Körper ein mit einer Mischung aus tierischen Fetten, dem Saft des Drachenbaumes, Duftkräutern, Harzen, Baumrinden und zerriebenen Bimsstein. Der Trocknungsprozess dauerte mehrere Wochen. Anschließend wurden die Mumien in Ziegen- oder Schafshäute genäht, in Einbäume gelegt und in Höhlen hochgestellt bestattet. Den Mumien fehlten die Bandagen, wie sie in Ägypten üblich waren, weil die Kanarier nicht weben konnten. Im Kanarischen Museum in Las Palmas de Gran Canaria ist eine in Ziegenleder gehüllte Mumie zu besichtigen, Angehörige der Unterschicht wurden nicht mumifiziert, sondern lediglich in Höhlen bestattet.
Von Gran Canaria sind auch Tumulusbestattungen bekannt (Tumulus - vorgeschichtliches Hügelgrab). Vorwiegend handelte es sich um Einzelgräber. Man legte den Toten in eine ausgehobene Grube und bedeckte den Boden mit Steinen. Bemerkenswert ist noch der Großtumulus von La Guancha bei Galdar, der über dreißig Bestattungen enthieltund auf das Jahr 1082 n. Chr. Datiert wird. Galdar war ein, aufgrund der klimatischen Bedingungen, reiches Gebiet und Sitz der königlichen Dynastie samt des Hochadels. Möglicherweise war der Großtumulus die Grabstätte dieser Sippe.
Vergessen von der restlichen Welt, unverändert in einer Steinzeitkultur verharrend, ohne Kenntnis über den Bau eines Rades, ohne metallische Bodenschätze - abgesehen von Naturkatastrophen und gelegentlichen Überfällen der Sklavenhändler und der Piraten - lebten die Altkanarier Jahrhunderte in Ruhe und Frieden; bis die Christen kamen.
Die "herrenlosen" Inseln fanden wieder Beachtung. Und "herrenlose " war jedes Stück Land, dessen Bewohner nicht christlich waren. Im 14. Jahrhundert zeigten die spanischen Eroberer den Ureinwohnern, was christliche Zivilisation und Nächstenliebe bedeutete. Hinter vorgehaltener Bibel erschlugen sie jeden, der sich nicht ergab. Den Altkanariern widerfuhr, was später den Indianern Amerikas widerfahren sollte. Die Eroberung der Kanarischen Inseln war ein unehrenhaftes und grausames Gemetzel, dem der Großteil der Ureinwohner zum Opfer fiel.



Wiederentdeckung und Eroberung

Wiederentdeckt wurden die Kanarischen Inseln zunächst 1292 durch Genueser Seefahrer. Ein ernsthaftes Interesse entwickelten die Europäer allerdings erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Um 1312 landete der Geneser Lanzelot Maloisel, genannt Lanzarotto Malocello, auf der nordöstlichen Insel Tyteroygatera (Namensgebung der Urbevölkerung), die wahrscheinlich nach ihm Lanzarote genannt wurde.
1341 entsandte der portugiesische König drei Kriegsschiffe, die auf Gran Canaria landeten. Die fünfmonatige Besetzung eines Küstenreiches verlief verlustreich. Mit wenig Beute, darunter fünf Kanarier, segelten die erfolglosen Eroberer nach Portugal zurück. Zwischen den jahren 1340 und 1342 wurden die Inseln heimgesucht von Portugiesen, Spaniern, Mallorquinern, die sich auf Sklavenfang und Raubzug befanden.
Der Edelmann Luis de la Cerda - Graf von Talmont, Lehmherr von Olceron und von la Mothesar Rhone, Admiral von Frankreich, Sohn des enterbten Königs ohne Land, Albers von Kastillen, und Enkel Alfons X. von Kastilien - wurde 1344 in Avignon von Papst Klemens VI. - Oberhaupt aller noch zu entdeckenden Länder - zum König der kanarischen Inseln gekrönt. Gegen eine jährliche Zahlung von 400 Goldgulden an die römische Kirche, kam de la Cerda zu seinem Königreich, um das er sich betrogen glaubte. Luis de la Cerda eroberte sein Königreich nie. Selbst eine Expedition dorthin schien ihm zu gefährlich. Lediglich gegen die Ansprüche Portugals und Kastiliens musste er sein fernes Königreich verteidigen.
Heinrich III. von Kastilien erbte die Inseln und bestimmte Roberto de Bracamonte als Nachfolger de la Cerdas, der mit dem Königstitel, wie sein Vorgänger, nicht viel anzufangen wusste. Bfracamonte behielt zwar den Titel, beauftragte aber seinen Vetter, den normanischen Edelmann und Ritter Jean de Bethencourt (1359 - 1426) - der bei seinem König Karl IV. in Ungnade gefallen war - die Inseln zu unterwerfen. Zusammen mit dem spanischen Edelmann Gaditer de la Salle (1340 - 1422) segelte Bethencourt 1402 von La Rochelle aus zu den Eilanden. Auf Lanzarote angelangt, bekehrten sie schnell den Häuptling Guardafia und seine Untertanen zum Christentum. Den Eingeborenen war durch ihre Unterwerfung die Sklaverei erspart geblieben.
Erstmals besaß die spanische Krone eine der Kanarischen Inseln. Um für die Eroberung der anderen Inseln Mittel und Verstärkung zu erbitten, kehrte Bethencourt noch im selben nach Spanien zurück. Der Diplomat setzte den eigentlichen Eroberer und Kriegsmann La Salle als seinen Stellvertreter und Standhalter auf Lanzarote ein. Bei Hofe in Sevilla verschwieg Bethencourt Heinrich III. die Verdienste La Salles und erhob die eigenen über Gebühr.
Was ihm den Titel "König der Kanarischen Inseln" einbrachte. Als La Salle, der sich selbst Hoffnungen auf den Königstitel gemacht hatte, von Bethencourts Verhalten erfuhr, kehrte er verbittert nach Frankreich zurück.
1405 unterwarf sich die Bevölkerung von Fuerteventura. Bethencourt empfand diese Eroberung als "starkes Abenteuer". Dort gründete er seine Hauptstadt Betanceria , wo 1424 die erste Bischofskirche des Archipels erbaut wurde. Er eroberte noch Hierro, das ihm durch Verrat zufiel. Armiche, Herrscher Hierros, vertraute dem Wort Bethencourts, der Friedensverhandlungen vorgeschlagen hatte. Der Inselfürst ergab sich mit 111 seiner Untertanen. Bethencourt bemächtigte sich dieser Ureinwohner und verteilte sie wie Tiere unter seinen Leuten, manche wurden als Sklaven verkauft. Gomera konnte er, wie irrtümlicherweise häufig geschrieben, nicht erobern. Dennoch galt Gomera als Besitz der Bethencourts, die Ländereien an Adelige in Form von Lehen verkauften. Versuche, Gran Canaria und La Palma zu erobern, misslangen. 1406 kehrte Bethencourt nach Europa zurück und übergab die Regierungsgeschäfte seinem Neffen Mario de Bethencourt der bis 1415 als Vizekönig regierte.
Er regierte skrupellos und brutal. Er wirtschaftete rücksichtslos in die eigene Tasche, bis er auf Veranlassung des spanischen Königs sein Amt abgeben musste. 1428 verkaufte er sein Amt gleich an mehrere Personen. An dem Königlichen Gesandten Diego de Horrera, an den Prinzen Heinrich von Portugal und an den spanischen Grafen Herman Peraza den Älteren.
Herman Peraza der jüngere übernahm die Herrschaft. Seine Erbin Doella Ines - verheiratet mit Diego Garcia de Herrera - setzte die korrupte Feudalherrschaft fort, bis die katholischen Könige Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastillen die Vorrechte des Adels beendeten, indem sie die Inseln der Krone unterstellten.
Noch immer waren die Besitzverhältnisse ungeklärt. Die Portugiesen erhoben ihrerseits Anspruch auf den Archipel. Ein Wettlauf zwischen den zwei Königshäusern hatte begonnen. Die portugiesischen Eroberungsversuche dauerten von 1420 bis 1479. Auf Gomera konnten sie sich behaupten, ohne die Eingeborenen zu unterwerfen. In den Verträgen von Alciovas und Toledo (1479) einigten sich die Parteien. Kastillen wurde die Eroberung des gesamten Kanarischen Archipels zugestanden, während man Portugals Vormachtstellung in Nordwest - Afrika und Guinea anerkannte. Die Kolonisation konnte beginnen. Bereits 1478 hatte Jean Rejon im Auftrag der kastilischen Krone Las Palmas de Gran Canaria gegründet. Fünf Jahre wüteten blutige Auseinandersetzungen mit den Ureinwohnern. Sie endeten erst, als die Spanier den gunarteme von Teide, Doramas, in einen Hinterhalt locken konnte, ihn tötete und sein Haupt öffentlich zur Schau stellte. Der Widerstand von Doramas Untertanen war dahin. Der zweite König, Artemi Semiden, guanarteme von Galdar, wurde nach Spanien verschifft, wo man ihn taufte.
Wenngleich die Urbewohner Gran Canarias wieder rebellierten, feierte die Kronquista am 29. April 1483 die Unterwerfung. 1488 fiel Gomera, 1296 La Palma. Ende desselben Jahres behielten die Spanier auch auf Teneriffa die Oberhand. Der adelige Andalusier galizischer Herkunft Alonso Fernandez de Lugo und der Konquistador Pedro de Vera brachen die Widerstände auf Gran Canaria und auf La Palma, wo sie nach monatelangen Kämpfen den Altkanariern einen Waffenstillstand anboten. Die Würdelosigkeit der Spanier wurde erneut deutlich: sie brachen ihr Wort und nahmen den Anführer Prinz Tamaru, auf seinem Weg zu den Verhandlungen gefangen, worauf sich, wie auf Gran Canaria, die Ureinwohner ergaben. Tamaru beendete sein Leben mit einem Hungerstreik.
Auf Teneriffa wehrten sich die Guanchen zunächst erfolgreicher. Zwar lagen die neun herrschenden menceys in ständiger Fehde, so dass sich der mencey von Güimar, mit Lugo gegen die anderen Häuptlinge verbündete, doch brachten die Guanchen den Spaniern eine empfindliche Niederlage bei. Angeführt wurden die Guanchen von dem mencey Bencomo von Tacro (Orotava - Tal) und seinem Bruder Tieguaro. Trotz überlegener Waffen fielen 1494 nahe dem heutigen Dorf Las Matanza de Accentujo (das Gemetzel von Acentejo) über 1000 Spanier. Ein Jahr später wurden die Guanchen, geschwächt von einer europäischen Seuche, die die Konquistaderen eingeschleppt hatten, bei La Victoria de Accentejo (der Sieg von Accentejo) ihrerseits, in einer letzten Schlacht, vernichtend geschlagen. Ein Jahr später unterwarf sich der letzte mencey.
Von nun ab hatten die Spanier den Archipel fest in ihrer Hand. Bis heute gibt es eine Unabhängigkeitsbewegung, der eine starke Minderheit der Kanarier angehört.



Die Kolonisation

Im Jahr 1496 gründete de Lugo auf Teneriffa die Stadt La Laguna als Residenz - und Verwaltungshauptstadt. Die Spanier bemächtigten sich der fruchtbaren Täler im Norden Teneriffa und drängten die Guanchen, die eigentlichen Besitzer des Landes, in den kargen Süden ab. In der Folgezeit wurde die Urbevölkerung, sofern man sie nicht als Sklaven verkaufte, in die Schicht der spanischen Eroberer integriert. Spanier heirateten kanarische Frauen. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte vermischten sich die Völker.
La Palma, Gran Canaria und Teneriffa, die gewinnträchtigten,"grünen" Inseln unterstanden nach der Eroberung direkt der spanischen Krone. Sie hießen islas realengas (die königlichen Inseln).Die capitanes generales (Generalkapitäne), militärische Provinzbefehlshaber, besaßen, zusammen mit führenden Vertretern der katholischen Kirche, die höchste Herrschaftsgewalt. Die Generalkapitäne verteilen die Nutzungsrechte für das Land und verkauften die Wasserrechte.
Gomera, Hierro, Fuerteventura und Lanzarote, die "trockenen" Inseln, unterstanden zwar auch der Krone, erhielten aber den senioro - Status, genauer gesagt, die Besitzrechte wurden wie Leben an Adelige und Geistliche, den senoriales, weitergegeben. Ihr Land ließen sie von Sklaven und Leibeigenen bestellen oder verpachteten es an medianeres. Der Eigentümer und der Pächter teilten sich den Reinerlös je zur Hälfte (en medio).
Zuckerplantagen wurden angelegt, Handel getrieben mit Wein und Gewürzkräutern, die Amerikafahrer legten hier an, es entstand erster Reichtum. Den Gewinn strichen in der Hauptsache die Ausländer ein. Sie besaßen die Wasserrechte, das Land, die Plantagen und manche Häfen. Spekulierende Italiener, Spanier, Holländer, Engländer und Franzosen hielten die Anteile an der "Kapitalanlage" Kanarische Inseln. Die Altkanarier und ihr Land wurden unerbittlich ausgebeutet. Die godon, die Ausbeuter, die ohnehin schon reichen, wurden noch reicher, die Mehrheit der Altkanarier aber blieb arm. Die Investitionen waren stets geringer als die Summen, die die Spekulanten und Handeltreibenden ins Ausland transferierten.
1537 verbot die spanische Krone endlich den Sklavenhandel. Trotzdem brachen die profitgierigen Eroberer immer wieder dieses Verbot. Ein neuerliches Dekret von Papst Paul III. stellte den Sklavenhandel unter Strafe.
Zunehmend gewannen die Kanarischen Inseln an strategischer und wirtschaftlicher Bedeutung, mehr und mehr Schiffe machten in den Häfen fest. Besucher über Besucher reisten an, auch unerwünschte.
Die Piraten wussten von fetter Beute, auch wurde der Archipel Ziel neuer Eroberungsversuche. 1599 kreuzte eine holländische Flotte vor Gomera auf. Nachdem England die Herrschaft über die Weltmeere errungen hatte, versuchten sie mehrfach, die Inseln für ihr Reich einzunehmen. 1657 wurde der Angriff des Admiral Blake abgewehrt. Während der spanischen Erbfolgekrieges scheiterte der Versuch. Admiral Gennings - der 1704 Gibraltar für England besetzte - Santa Cruz de Tenerife zu erobern. 1797 bedrohte Admiral Horatio Nelson - der spätere Sieger von Trafalgar über die französische - spanische Flotte - mit acht Kriegsschiffen Santa Cruz.
Mit 1200 Mann konnte er zunächst an Land gehen. Als die Verteidiger sich aber verstärkt und ihr Artilleriefeuer auf die Schiffe gelenkt hatten, musste Nelson die Anker lichten lassen und abdrehen. Die Spanier versenkten den Hilfskreuzer Fox mit 200 Mann Besatzung. Bei dieser Eroberungsaktion wurde der sieggewohnte Nelson von einer Kugel getroffen. Mit einer Säge und viel Ruhm zur Betäubung, amputierte er sich den rechten Arm. Erst als Nelson linkshändig einen Nichtangriffspakt unterzeichnet hatte, entließ der spanische Festungskommandant Antonio Guiterez, die englischen Gefangene. Noch heute erinnert die Kanone El Tigre im Hafen von Santa Cruz an die einzige Kapitulation Nelsons.
Schon 1723 war, anstelle von La Laguna, Santa Cruz de Tenerife Verwaltungshauptstadt geworden. 1778 erhielt sie das Privileg, mit Amerika Handel zu treiben.



Der Weg ins 20. Jahrhundert

Die weltgeschichtlichen Ereignisse des 19. Jahrhunderts zeigten auf den Kanarischen Inseln, trotz ihrer strategisch günstigen Lage, keine Wirkung. 1822 bestimmte man Santa Cruz de Tenerife zur Hauptstadt des gesamten Archipels. 1837 wurde für Gomera, Hierro, Lanzarote und Fuerteventura der selorio - Status aufgehoben.1852 erklärte die spanische Königin Isabella II. die Kanaren zum Freihafengebiet. Zum Ende des 19. Jahrhundert entwickelte sich die exportorientierte Bananenproduktion zum Hauptwirtschaftszweig.
1912 richtete man die curbidas inulares ein, eine örtliche Selbstverwaltung, eine Art Landtag für jede Insel. Und im Jahre 1927 teilte man den Archipel in zwei spanische Provinzen, der Provinz Santa Cruz de Tenerife, mit den Inseln Teneriffa, Gomera, Hierro und La Palma, und der Provinz Las Palmas de Gran Canaria, mit Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote.
Beide Provinzen bildeten einengemeinsamen Militärbereich, dem der General Francisco Franco vorstand. Im Wald von Esperanza auf Teneriffa versammelte er 1936 die führenden Offiziere und rief die "nationale Erhebung" gegen die Republikaner aus. Daraus entstand der Spanische Bürgerkrieg, bei dem auf republikanischer Seite deutsche Sozialisten und Kommunisten kämpften, während Franco von Treppen Hitlers unterstützt wurde. Drei Jahre wütete der Bürgerkrieg, der mit dem Sieg Francos endete. Franco blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1975 spanischer Diktator.
Ende desselben Jahres, am 22. November, übernahm König Juan Carlos als Staataoberhaupt die Macht in Spanien. In einer parlamentarischen Monarchie verabschiedete 1978 das Parlament, die Cortes, eine neue Verfassung. Spanien wurde konstitutionelle Monarchie. Fünf Jahre später erhielten die Kanarischen Inseln, wie die anderen sechzehn" Autonomen Regionen", einer regionalverfassung (Autonomiestut) und gewählte Vertretung der Körperschaften. Am 1. januar 1986 erfolgte Spaniens Beitritt zur EG. Die Kanarischen Inseln erhielten jedoch einen Sonderstatus.
Eine Sonderstellung hält heute der kanarische Tourismus. Mit 67 % des Bruttosozialproduktes ist er der wichtigste Wirtschaftszweig des Archipels. Seit 1955, als der Fischerort Puerto de la Cruz auf Teneriffa begann, sich zu einem der führenden Fremdenverkehrsorte der Welt zu entwickeln, wuchs der Tourismus - mit gelegentlichen Einbrüchen - unentwegt.



Fauna und Flora

Im Gegensatz zur Pflanzenwelt ist die Fauna auf den Inseln wenig artenreich. Wildlebende Hunde - nach denen der Archipel benannt worden sein soll - trifft man natürlich nicht mehr an. Der podenco, der Pharaonenhund, wird heute gezüchtet und als Hetzhund zur Niederwildjagd eingesetzt. Er ist hochbeinig, hat eine lange spitze Schnauze, trägt spitze fledermausartige Ohren, sein Fell ist kurz und von brauner Färbung in verschiedenen Tönene, und er ähnelt dem arabischen Windhund.
Als Last- und Zugtiere werden Esel und Maultiere eingesetzt, auf den östlichen Inseln auch Dromedare, Ziegen- und seltener Schafsherden ziehen auf allen Inseln durch die Landschaft. Auf Teneriffa und La Palma finden Sie Mufflons (eine Art Bergziege).
Auf Fuerteventura wird das Streifenhörnchen zur Landesplage. Außer Kaninchen, Fledermäusen und Igeln fehlen größere frei lebende Säugetiere. Giftige Schlangen und gefährliche Insekten gibt es auf den Inseln nicht. Liebhaber der Insektenwelt finden viele endemische Arten. Bei den Schmetterlingen fällt der Zitronenfalter und der Kanarische Admiral auf.
Die Kanarischen Inseln sind Winterquartiere für Zugvögel. Beobachten können Sie Schwalben, Mauersegler, Lerchen, den Wiedehopf, Finken, Rohrdommeln, Neuntöter, den Steinkauz, Falken, Bussarde, Seeadler, Möwen, Ibisse, Geier und einige andere Vögel mehr. Einheimische Arten sind der Kanarische Strandläufer und die nach den Inseln benannten Kanarienvögel, die eigentlich Teidevögel heißen, überall dort zu finden sind, wo es Wälder und Wasser gibt, die graugrün sind und nur mäßig singen können. Der farbenprächtige Sänger, den man für den echten Kanarienvogel hält, wurde im deutschen Harz gezüchtet.
Auf der Insel Hierro gibt es noch ein lebendes Fossil, die etwa 60 cm lange Echse Lacerta simanyi, die aus der Tertiärzeit stammt. Auf Gran Canaria finden wir die größte Eidechsenart, die Lancerta stehlini, sie ist dort endemisch und misst etwa 80 cm. Gelegentlich sieht man eine Blindschleiche, deren Beine stark zurückgebildet sind. Sie wird oft als Schlange verkannt.
Die Flora ist vielfältig, auf allen Pflanzen können wir nicht eingehen, so beschränken wir uns auf die wesentlichen. Wer sich ausführlicher mit der Flora auseinandersetzen will, der kaufe sich ein Bestimmungsbuch (=> Weiterführende Literatur).
Man unterscheidet die endemischen Arten, also Pflanzen, die nur in diesen Breiten vorkommen, von den tropischen und subtropischen Pflanzen aus anderen Ländern. Von den ca. 2000 Pflanzenarten, die es auf den Kanaren gibt, sind etwa 30 % endemisch.



Endemische Pflanzen

  • AEONIUM ist eine Gattung von Fettpflanzen, auch Hauswurz genannt. Sie ist mit über 50 Arten vertreten, wächst in Felslandschaften, die Blätter haben oft rote Ränder.
  • BAUMHEIDE spanisch berzo genannt, ähnelt dem Heidekraut der gemäßigten Breite n, wächst bis zu 20 m hoch, die Bäume tragen weiße oder rosa Blüten, ihr Lebensraum liegt oberhalb 800 Höhenmeter, zum Teil nur als Strauch oder Zweigstrauch ausgebildet.
  • DRACHENBAUM zählt zu den ältesten Bäumen der Welt und ist das charakteristische Gewächs des Archipels. Es ist ein naher Verwandter der Yukka- Arten und gehört zur Gattung der Liliengewächse. Der Baum hat keine Jahresringe, sein Alter kann unzuverlässig an den Verästelungen gezählt werden, die nicht in gleichen Zeitabsctänden wachsen. In Icod auf Teneriffa steht das älteste Exemplar, das laut den Beteuerungen der Einwohner zwischen 2500 und 3000 Jahren alt sein soll. Das " Drachenblut" wurde zur Mumifizierung der Toten und zur Herstellung von Heilsalben verwendet. "Drachenblut" wird die zunächst farblose, harzige Ausscheidung genannt, die durch Verletzung des Stammes austritt und sich an der Luft dunkelrot färbt.
  • EUPHORBIENSTRAUCH, spanisch tabaiba genannt, besitzt kakteenartige Stämme, die säulenförmig bis zu 1,5 m wachsen. Der Strauch ist ein Wolfsmilchgewächs, der milchige Saft ist giftig.
  • FÄRBERFLECHTE heißt spanisch orchilla. Hatte schon zu den Zeiten der Phönizer ihres roten Farbstoffes wegen Bedeutung.
  • KANARISCHE DATTELPALME gehört mit ihren schlanken Stamm und dem kugeligen Blätterdach zu den schönsten Palmen überhaupt. Sie hat sich von den Kanaren aus über den gesamten Mittelmeerraum verbreitet. Verwandt ist sie mit der nordafrikanischen - arabischen Dattelpalme, ihre goldgelben Früchte sind jedoch nicht genießbar.
  • KANARISCHE GLOCKENBLUME Sie blüht zwischen Januar und April und trägt prächtige goldrote Blütenkelche.
  • KANARISCHE KIEFER ist, von Lanzarote und Fuerteventura abgesehen, auf allen Inseln zu finden, sie wächst in einer Höhe von 1000 bis 2000 m und ist der wichtigste Baum des Archipels. Das harte, rötliche Kernholz wird als Baummaterial verwendet. Die Eroberer rodeten ganze Wälder und verwandten das Holz für ihren Schiffsbau, zur Verbrennung in den Zuckerraffinerien, ferner für die Harz - und Pochgewinnung. Die Kiefer wird bis zu 30 m hoch, besitzt eine große runde Krone und ihre biegsamen Nadeln, die zu dritt gebüschelt sind, messen 30cm. An den Nadeln kondensiert das Wasser aus Wolken und Nebel und tropft als Niederschlag ab. Messungen haben ergeben, dass durch ausgewachsene Kiefern pro Jahr und Quadratmeter 1500 Liter Niederschläge mehr fallen als einige Meter weiter im baumlosen Gelände. Die Kiefer, die weniger für den Eigenbedarf verbraucht, als sie kondensiert, trägt damit entscheidend zur Wasserversorgung bei.
  • KANARISCHE LORBEER, auf Gomera werden die Bäume bis zu 20 m hoch, die Blätter sind spitz und elliptisch und finden Verwendung als Küchengewürz, sind aber weniger aromatisch als der Lorbeer aus Südeuropa.
  • KANDELABER EUPHORBIE, zu spanisch condoner, ist ein Wolfsmilchgewächs mit giftigem Saft, die Kanten sind mit Dornen besetzt, die Stämme wachsen säulenförmig.
  • TAJINASTE kommt nur in der Caldera de las Canadas auf Teneriffa vor. Im Juni treibt sie eine kerzenartige Blütenstaude, die 2 m Höhe erreichen kann und über 80 000 Blüten hervorbringt.
  • TEIDE - Veilchen, auch Violeta del Teide oder Pik - Veilchen genannt, ist eine botanische Besonderheit. Bis zu einer Höhe von 3600 m ist es nur an den trockenen Bimssteinabhängen des Teide zu finden.

    Pflanzen aus anderen Ländern

  • AFRIKANISCHER TULPENBAUM stammt aus dem tropischen Afrika. Der immergrüne Baum trägt von Januar bis Mai in Büscheln angeordnet orange - rote Kelchblumen.
  • AGAVE, man unterscheidet verschiedene Arten, gemeinsam haben sie die fleischigen Blätter, die mit einem langen Stachel enden und zu einer Rosette angeordnet sind. Die Pflanze treibt Ableger aus den wurzeln und dem Stamm. Nach 8 bis 16 Jahren erwächst aus der Mitte ein bis zu 12 m hoher Blütenspross, der an seiner Spitze Zweige bildet, auf denen gelb - grüne Blüten sitzen. Verwendet werden in Mexiko die PULQUE - AGAVE, aus der das Pulque - Getränk gebraut wird, und die SISAL - AGAVE, die wie in Südamerika, auch auf Fuerteventura angebaut wird, um aus den Blättern Fasern zu gewinnen. Aus den Fasern wird grobes Flechtwerk hergestellt wie Stricke und Säcke.
  • AVOCADOBAUM, wegen seiner birnenförmigen Früchte bekannt, auf den Kanaren aguacate genannt, sie werden zu Vorspeisen und in Salaten verwendet. Die Blätter sind immergrün, die Blüten weißgelbliche, offene Rispen.
  • BANANE, diese von den Portugiesen aus Indochina eingeführte Art ist die wichtigste Kulturpflanze auf dem Kanarischen Archipel und heute noch ein Exportartikel. Sie gedeiht bis in Höhen von 300 bis 400 m. Die einjährige Pflanze bildet einen kolbenähnlichen Blütenstand. In 4 bis 6 Monaten reifen die Bananen heran. Eine Staude wiegt um die 30 kg. Ist die Fruchtbildung beendet, stirbt die Pflanze ab, nicht ohne zuvor neue Sprosse getrieben zu haben. Der stärkste dieser Sprosse bleibt für das nächste Jahr erhalten.
  • BUGAINVILLEA, die von der Südsee stammende Kletterpflanze kommt häufig vor. Sie besitzt gelbliche Blüten auf drei Hochblättern, die rot, weiß, gelb, orange und violett sein können.
  • EUKALYPTUSBAUM stammt aus Australien. Es gibt etwa 20 verschiedene Arten. Aus dem schnell wachsenden Baum werden Holz und ätherische Öle gewonnen. Seine silbrigen, hängenden Blätter sind so gestellt, dass sie dem Sonnenlicht wenig ausgesetzt sind.
  • FEIGENKAKTUS, auch Opuntie genannt, wurde im 16. Jahrhundert aus Mexiko eingeführt. Die Früchte sind essbar. Auf den grünen Blattschaufeln werden bis heute die Cochenille - Schildläuse gezüchtet. Aus den Larven wird ein karmesinroter Farbstoff gewonnen, der für die Herstellung von Lippenstiften und die Einfärbung von Aperitifs und Orientteppichen verwendet wird.
  • HIBISKUS, auch Chinesischer Rosezeibisch, stammt aus Südchina und blüht das ganze Jahr. Die eintägigen Blüten sind trichterförmig, mit weit hervorragendem Stempel, der viele Staubgefäße trägt. Die Blüten sind rot, gelb und rosa.
  • OLEANDER, sehr giftige Pflanze, stammt aus dem Mittelmeerraum, die oft baumgroßen Sträucher treiben weiße, rote,rosa oder gelbe Blüten.
  • PAPAYABAUM, auch Melonenbaum, stammt aus dem tropischen Amerika und wird angebaut wegen der wohlschmeckenden, gelben, Melonen - ähnlichen Früchte.
  • WEIHNACHTSSTERN, in Europa bekannt als Topfpflanze zu Weihnachten. Zeichnet sich durch die roten Hochblätter aus. Erreicht eine Höhe bis zu 4 m.

    Außer der Kanarischen Palme gibt es die Krokus - und die Königspalme, die Washingtonia und einige Arten mehr. Wir finden eine Reihe von Obstbäumen, wie den Mandel-, Apfelsinen-, Limonen-, Zitronen-, Granatapfelbaum. Es gibt Äpfel, Birnen und Pampelmusen, Pfeffersträucher und Zimtbäume. Vereinzelt stehen Korkeichen, der Ombu, Zedern und Zitterpappeln, häufiger Mimosen und der falsche Gummibaum.



    Die Kanarische Küche

    Die typische kanarische Küche treffen sie vorwiegend in einfachen Restaurants und Landlokalen an, wo die Einheimischen verkehren. Die Kanarier essen reichlich und gut. In den Hotels und Touristikzentren haben sich die Wirte auf die internationale Küche verlegt. Dort finden sie vom kaffehaus, dem Steaklokal, der Pizzeria, dem Feinschmeckerlokal beinahe all jene Lokale, die sie von zu Hause her gewohnt sind. Die angebotene Qualität ist sehr unterschiedlich.
    In einem Restaurante bekommen sie die Hauptmahlzeiten, wie bei uns in einem Speiselokal. Die Restaurants und Cafeterias müssen ihre Speisekarten mit Preisangaben aller Speisen und Getränke aushängen und ein Beschwerdeblatt bereitlegen, das in jeder Sprache ausgefüllt werden kann und innerhalb von 48 Stunden den Behörden zur Kenntnis gebracht werden muss. Die Restaurants sind verpflichtet, ein günstiges Touristenmenü anzubieten. Es besteht aus Vor-, Haupt- und Nachspeise und enthält meistens wahlweise einen Viertelliter Wein oder Mineralwasser. Bars sind eine Mischung zwischen Restaurants und Kneipe, Tapas bekommt man dort so gut wie immer, oft auch eine vollständige Mahlzeit, Bodegas sind reine Weinkneipen.
    Eine Besonderheit zum Frühstück ist das nuevo parado. Es ist ein Ei, in eine Kelle geschlagen, das nur einmal in kochendes Wasser getaucht wird. Zu den Hauptmahlzeiten Mittagessen und Abendessen nehmen die Kanarier in der Regel Vorspeisen und nachspeisen zu sich. Als Zwischenmahlzeiten gibt es Tapas. Manche Bars bieten ein vielfältiges Angebot. Hier seien nur einige genannt: Huhn in Knoblauch, panierter Fisch, Hackfleischbällchen, Omelett mit Kartoffeln, Gulasch, Kartoffelsalat, Kraken, Fleisch mit Hülsenfrüchten und Tomaten, Kichererbsen mit Bauchfleisch, manchmal auch Muscheln, Garnelen und andere Meeresfrüchte und vieles mehr. Mehrere Tapas ergeben durchaus eine leckere, abwechslungsreiche Hauptmahlzeit. Tapa bedeutet eigentlich Deckel. Der Begriff soll sich in Lokalen gebildet haben, die nur eine Konzession für den Ausschank von Getränken hatten. Damit die hungrigen Trinker nicht in die Speiselokale abwanderten, kredenzten die Wirte zu jedem Glas Bier oder Wein eine Tapa. Das waren kleine Tellerchen mit Oliven, Ziegenkäse oder einem Stück Fleisch, die sie auf das Glas stellten.
    An Getränken bekommen sie nahezu alles, was sie von Europa her gewöhnt sind. Einheimische Biermarken sind das Tropical und das Dorada, empfehlenswert sind die Festlandweine, etwa aus dem Gebiet Rioja und vor allem die kanarischen Landweine, besonders die von El Hierro, Teneriffa und Lanzarote. Auf Fuerteventura wird kein Wein gekeltert. Als Aperitif trinken die Kanarier ron (das ist ein weißer, klarer Rum) oder landwein. Ron con miel (Rum mit Honig) hat einen besonderen Reiz. Das kanarische Nationalgetränk aber ist Whisky mit Mineralwasser.
    Nach dem Essen gibt es einen Kaffee mit Brandy. Anisschnaps, Bananenlikör oder einen conjillo. Das ist ein "entzündeter" Brandy (mit Zucker, einer Kaffeebohne, einer Zitronenscheibe, etwas Kaffee- oder Anislikör), der mit schwarzen Kaffee gelöscht wird. Leider ist diese feine Form des conjillo selten. In den meisten Bars bekommen sie nur einen Cafe solo mit einem Spritzer Brandy.
    Der Kaffee ist schwarz - geröstet. Ein Espresso nennt sich Cafe m solo. Kaffee mit wenig Milch heißt Cafe cortado, Cafe con leche ist ein Kaffee mit viel Milch. Auch bei der Milch können sie in der Regel wählen zwischen leche natural (Kuhmilch) oder leche condensala (gezuckerte Kondensmilch).
    Die angebotenen Mineralwasser sind gut (z.B. firgas), man sollte davon reichlich trinken, um den Mineralverlust, der durch Schwitzen verursacht wird, auszugleichen. Leitungswasser und Wasser aus Zisternen sollte man nicht trinken, es sei denn, sie kochen es zuvor ab.
    Zu einem kanarischen Haus gehört die pilar. Die pilar ist ein innen ausgehöhlter, außen nach unten rund bearbeiteter Muschelkalk - Sandstein - Würfel, der in ein dafür gefertigtes Holzgestell gehängt wird. In diesen Stein füllen die Einheimischen ihr Zisternenwasser. Das Wasser wird gereinigt und mit Mineralstoffen angereichert. Langsam tropfend füllt es eine Tontasse, die auf einem in der Mate gekochten Tonteller steht. Der wiederum steht auf einem Tonkrug, der das überlaufende Wasser einfängt und kühl hält. Es war früher Brauch, einen Schluck Wasser aus der Tontasse zu nehmen, bevor man ein Haus betrat. Heute wird die pilar fats nur noch als dekoratives Relikt benutzt. Und dekorativ ist sie wirklich. Nach einer Zeit des Gebrauches setzt sich an dem Stein Adiantum an, das schnell und üppig wächst. Mal seinen lindgrünen Blättern und gelackt wirkenden schwarzen Stängeln, deren Farbe dem Chinalack nicht unähnlich ist, schmückt es die Pilar.
    Die kanarischen Spezialitäten sollte man sich nicht entgehen lassen. Zur Vorspeise bestellt man am besten tapas oder eine gemischte Vorspeisenplatte. Die besteht in der Regel aus Ziegenkäse (queso blanco), rohen Schinken (jamon serrano), gebratenem Schweinefleisch (parta de cerdo), Oliven (olivo) und anderen mehr. Der potaje canario ist eine empfehlenswerte Gemüsesuppe, der potaje de berros eine ausgesprochene Spezialität. Er wird aus Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Fleisch und frischer Brunnenkresse zubereitet. Wo es Fisch gibt, bekommen sie in der Regel auch eine originale Fischsuppe, sopa de pescado, in der nahezu alles enthalten ist, was der Fischer an Land zieht.
    Fisch wird gebraten, filetiert oder gekocht serviert. Dazu werden papas arragulas, mojo verde und mojo roja gereicht. Papas argudas sind kleine in Salzwasser gekochte Pellkartoffeln, die sie mit der schrumpeligen Haut essen können. Der mojo ist eine typische kanarische Soße. Moja besteht aus viel Knoblauch, Olivenöl, Weinessig, sechs einheimischen Gewürzkräutern, grünem Chili oder rotem Chili. Der moja verde wird gelegentlich Avocadofleisch beigeben.
    Wer Fisch will, erkundigt sich am besten nach dem Tagesfang. Cherne ist ein typisch kanarischer Fisch, den es nur in dieser Ecke des Atlantiks gibt. Die vieja (= die Alte) ist ein schmackhafter karpfenähnlicher Atlantikfisch und eine der ersten Fischspezialitäten des Kanarischen Archipels. Sie wird mit den Schuppen gekocht, aber seltener, sind cabrilla ( Ziegenkopffisch) und perscodilla ( Wittling), Mero ( Zackenbarsch), sama ( Rotbrasse) und atin ( Thunfisch) sind durchaus zu empfehlen. Sardinen stehen beinahe auf allen Speisekarten einheimischer Lokale.
    Bei Schalentieren und Meeresfrüchten dann sollte man vorsichtig sein. Der Fischfang deckt längst nicht mehr den Bedarf. Vieles wird tiefgefroren eingeflogen, das trifft vor allem zu auf Kalamaren, Garnelen, Königskrabben, Langusten und Hummer. Die Miesmuscheln stammen garantiert von der afrikanischen Westküste oder dem spanischen Festland. Lapas (Napfschnecken) die man an dem Kliff erntet, sind frisch, von fester Konsistenz und werden mit mojo verde kredenzt. Caldo de pescado ist eine Fischbrühe (keine Suppe) mit frischem gekochten Fisch, zu der Salzkartoffeln serviert werden. Eine echte Fischmahlzeit ist das sancocho. Sancocho besteht aus gegartem Stockfisch mit Süßkartoffeln Zwiebeln und Knoblauch. Die cazuela ist eine Fischpfanne aus Fischfilets, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie. Der Sud wird mit gofio abgebunden. Cazuela de mariscon ist eine Meeresfrüchtepfanne.
    Das Gofio wurde von den Altkanariern übernommen und bedeutet Brot. Er besteht aus geröstetem Mais-, Gersten- oder Weizenmehl, das mit wenig Wasser in eine dünne Ziegenhaut gegeben und darin geknetet wird. Im zarrion wird gofio auch aufbewahrt und transportiert, etwa als Verpflegung bei der Feldarbeit. Aus dem zarrion greift man eine mundgerechte Portion heraus und rollt sie zu einer Kugel. Gofio ist eine trockene Angelegenheit, deshalb trinken die Kanarier dazu viel Wein. Mit Honig und Fruchtsaft angerührt ist gofio besonders lecker. Die Einheimischen kredenzen gofio noch zu Fischgerichten, mischen es einer Fischsuppe unter, dem gofio escaldo oder rühren es sich als Kraftfrühstück in warme Kuh- oder Ziegenmilch oder in ihren cafe con leche. Auf den Speisekarten steht gofio leider immer seltener. Ein exzellentes Gericht ist der pachero canario, den die Kanarier gerne an Sonn- und Feiertagen zubereiten. Mindestens vier Gemüsesorten werden getrennt voneinander in Salzwasser oder Fleischbrühe gedünstet. Dazu werden verschiedene Fleischsorten wie Rind-, Schweine-, Ziegen-, Lamm- und Geflügelfleisch (bis zu sieben verschiedene Fleischsorten) bereitet, die eine würzige Brühe ergeben. Weiter empfehlenswerte Fleischgerichte sind carne de conchino en adobo (in Beize eingelegtes, gebratenes Schweinefleisch und cordero (Lamm) und Minzsoße. Ein Zicklein sollte man nicht auslassen. Die Zicklein werden hauptsächlich auf Fuerteventura gezüchtet.
    Eine weitere kanarische Spezialität ist das Kaninchen, zur Jagdzeit (erster Sonntag im August bis letzter Sonntag im Dezember, Niederwildjagd, Wildkaninchen, Wildtauben, Rebhühner) bestellt man am besten ein Wildkaninchen. Es wird in einer Fleischbrühe mit Kräutern, Chili, Knoblauch und Safran gegart. Dazu reicht der Wirt mojo roja.
    Ein Kanarier lässt die Nachspeise nicht aus. Sie ist meist deftig, entschließt er sich nicht gerade zu flan (Eierstich) mit Karamellcreme oder zur Melone. Torrtijas sind Maismehlküchlein mit Anis und Honig. Frangofio ist eine Süßspeise aus Milch und Mais, biennesabe eine Bananenspeise mit Mandeln, Kakaopulver und Schlagsahne. Pudin de questo fresco ist ein Pudding aus Ziegenkäse und Eiern. Der Bonbon Gigante ist in der Tat gigantisch, zumindest was die Kalorienzahl betrifft. Er besteht aus geraspelter Blockschokolade, die mit Eigelb verrührt und in einem Wasserbad erwärmt wird. Wer eine leichtere Nachspeise vorzieht, der bestelle sich "Obst". Namenwerte ist die aus Indochina eingeführte "kanarische" Banane, eine kleine, wetterempfindliche Art von besonderer Süße. Seltener werden einem Feigen geboten, obwohl sie hier gut gedeihen.
    Die Kanarier essen zu Mittag zwischen 13 und 16 Uhr, zu Abend speisen sie in der Regel nicht vor 20 Uhr. Beim Essen geht es laut her, wichtig ist, dass von allem reichlich aufgetischt ist, jeder kann essen, wie er will, Hauptsache, es schmeckt. Zum Essen wird reichlich Wein getrunken. Man stößt übrigens auf den Kanaren nur zu besonders festlichen Anlässen an. Wo sie die besonderen Lokale finden, lesen sie bitte in dem Kapitel Orte & Sehenswürdigkeiten.



    Insel des Feuers und des Windes über Lanzarote

    Namensgebung
    Schon in der Antike wuchs auf Lanzarote der Tabaiba - Strauch. Aus ihm wurde ein Heiltrunk gebraut. Die Römer sollen den Strauch unter den Namen Sarcolla (Fleischschleim) gekannt haben. Sarcolla bedeutet im alten Spanisch "Lacrotes". Dennoch ist nicht geklärt, ob die Insel deshalb ihren heutigen Namen trägt.
    Eine Legende schreibt dem 1402 gelandeten normannischen Edelmann Jean de Bethencourt die Namensgebung zu. Als er bei seiner Ankunft keinen Widerstand der Altkanarier erlebte, soll er seine Lanze zerbrochen und ausgerufen haben" Lanza roto" (Lanze kaputt). Man sagt Bethencourt allerdings nach, er habe die spanische Sprache beherrscht, er habe sich so banale nicht ausdrücken müssen. Wahrscheinlich, so die vorherrschende Meinung, wurde die Insel nach dem Genueser Lanzarotto Malcocello genannt, der 1312 das Eiland wiederentdeckt hatte.

    Geschichtliches
    Wenig steht geschrieben über die Geschichte Lanzarotes. Bei der Suche nach Quelle stößt man auf dürftiges Material. Nicht zuletzt liegt das an den zahlreichen Vulkanausbrüchen, die Dörfer vernichteten und damit auch die Archive zerstörten.
    Erste ausführliche Berichte finden wir ab 1312, als Lanzarotto Malcocello auf der Insel landete. Die Ureinwohner, die er vorfand, die überwiegend von cromagnider Rassen waren, hatten Erfahrungen mit Seefahrern seit der Antike. Trotz der zahlreichen Piratenüberfälle, die sie erdulden mussten, waren sie von großer Gastfreundschaft. Vermutlich ist es dieser Gastfreundschaft zu verdanken, dass es auf Lanzarote keine verheerenden Kämpfe zwischen den Konquistadoren und den Altkanariern gab.
    Die Altlanzarotellos waren in eine Fürstentum organisiert, das sich über die gesamte Insel erstreckte. Im Gegensatz zu den anderen Inseln, wo sich feindliche Stämme bekriegten, hielten die Lanzarosenos zusammen. Die meisten Frauen - so sagt man - hatten drei bis vier Ehemänner, die sich monatlich abwechselten. Der nächste in der Reihe arbeitete als Diener im Haus der Frau und ihres augenblicklichen Partners.
    1377 landete der Spanier Martin Ruiz de Avendado. Zum Zeichen seiner Gastfreundschaft überließ ihm der herrschende König Zonzamas seine schöne Frau Fayna, die Avendano, die legendäre Prinzessin ico gebar. Nachfolger von Zonzamas wurde dessen Sohn Tiguafaya, der später gemeinsam mit seiner Frau und zahlreichen Stammesgenossen von Sklavenhändlern gefangen genommen wurde. Guanarame, ein weitere Sohn Zonzamas, heiratete seine Halbschwester Ico.
    Ico beanspruchte für den gemeinsamen Sohn Guadarfa die Thronnachfolge. Die Legende erzählt, sie wurde zur Rauchprobe verurteilt, ohne die sich die Stammesgenossen weigerten, die Rechte Guardafias anzuerkennen. Man mauerte Ico mit drei Dienerinnen in Zonzamas Grab ein. Das Grab wurde mit Rauch gefüllt. Erstickt sie, so sei ihre niedere Herkunft bewiesen. Eine schlaue Alte aber hatte ihr geraten, durch einen wassergetränkten Schwamm zu atmen, der den Rauch eliminierte. Die Prinzessin Ico überlebte. Guardafia kam an die Macht.
    1402 nahm Jean de Bethencourt Lanzarote in Besitz. Von hier aus begann die Eroberung der anderen Inseln. Vermutlich traf Bethencourt, der mit dreiundsechzig Mann im Süden Lanzarotes landete, auf Guardafia. Bethencourt und der Inselfürst schlossen einen Pakt. Die Spanier verpflichteten sich, ein Fort gegen Angreifer - wie Piraten und Sklavenhändler - zu bauen, während Guardafia sich mit seinem Volk unterwarf, wohl bemerkt "als Freund, aber nicht als Untertan". In der Nähe des heute verlassenen Dörfchens Papagayo wurde das Fort unter dem Sand entdeckt, mit der Kapelle San Marcial, die die Eroberer ebenfalls erbauten. San Marcial ist heute der Inselpatron.
    1402, Bethencourt war inzwischen nach Sevilla zurückgekehrt um für die Eroberung der anderen Inseln Mittel und Verstärkung zu erbitten, soll die ehemals zahlreiche Bevölkerung durch Piratenangriffe und Sklavenfänger auf 300 Menschen dezimiert worden sein. 1405 eroberte Bethencourt von Lanzarote aus zunächst Fuerteventura. Lanzarote fiel in den Besitz des Grafen von Niebla und der Familie Herrera - Peraza, die Lanzarote als Lehen verwalteten. Die Verteilung des Großgrundbesitzes, die damals vorgenommen wurde, hat, von Ausnahmen abgesehen, heute noch Befund. Die feudalistischen Lehen wurden 1837 aufgehoben.
    Trotz der kampflosen Eroberung Lanzarotes kam die Insel nicht zur Ruhe. Neben Vulkanausbrüchen und Trockenheitsperioden gab es immer wieder Eroberungsversuche und Angriffe von Sklavenhändlern und Piraten. Fünf, jeweils mehr als zwei Jahre dauernde, extreme Dürrezeiten, in der Mitte des 16. und 19. Jahrhunderts, nahmen der Bevölkerung jede Lebensgrundlage. Von 1703 bis 1779 litten die Menschen unentwegt an einer Hungersnot. Lanzarote (und auch Fuerteventura) waren beinahe entvölkert. Die Menschen flohen nach Gran Canaria und Teneriffa. Viele starben. Manche kehrten unermüdlich in ihre Heimat zurück und gründeten von neuen eine karge Existenz.




    Das Weinanbaugebiet La Geria

    La Geria ist das Weinanbaugebiet von Lanzarote, auf einer Länge von rund 15 km und einer Breite von ca. 3 km wird hier im Trockenfeldanbau Wein angebaut.
    La Geria befindet sich zwischen dem Timanfaya National-Park und San Bartolomé.
    Nachdem Lavamassen und Asche das Gebiet unfruchtbar gemacht haben, mußten die Inselbewohner einen Weg finden, wie sie hier wieder etwas anbauen konnten.

    Mit geschickten Anbautechniken bepflanzten sie große Weinberge, ohne sich um die Feindlichkeit der Umwelt zu kümmern. In diesem trockenen, fast immer von starken atlantischen Winden gepeitschten Gebiet gruben sie eine Unzahl von großen meist kreisförmigen Löchern, die sie durch niedrige Steinmäuerchen schützten. In das Innere dieser Gruben setzten sie jeweils die Weinstöcke, die einen großen Ertrag von Trauben bingen und außerdem einen hervorragenden Wein hervorbringen.

    Obwohl es in diesem Gebiet keine Bewässerungskanäle und Flüsse gibt, denen Wasser entnommen werden könnte, bewahrt der Boden trotzdem seine Feuchtigkeit mit Hilfe einer dünnen Sand- und Ascheschicht, die im Inneren der Gruben angelegt wird.
    Die auf diese Art und Weise gestaltete Landschaft ist einzigartig und eine der außergewöhnlichsten der Insel. Man hat den Eindruck, als befände man sich in einem Gebiet, das von Bomben verwüstet worden ist.
    Diese Landschaft wurde in den 60ér Jahren vom Museum of modern Art in New York zum Gesamtkunstwerk erklärt und ist heute als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. In La Geria gibt es auch eine vielzahl von Bodegas, die zur Weinprobe oder zum Einkaufen einladen.

    Aber Vorsicht bei der Weinprobe, der Wein ist sehr schwer und geht sehr schnell ins Blut. Sehr Intressant ist auch die Bodega El Grifo, welche an dem Greif (Grifo) am Tor des Anwesens zu erkennen ist. Die Bodega El Grifo besitzt nämlich ein Weinmuseum, das täglich von 10:30 bis 18:00 Uhr geöffnet hat. Der Eintritt in das Museum ist kostenlos.

    Quelle: Lanzarote-Home.de




    Lanzarote - die trockene Insel

    von Uwe Harwardt

    Herr Harwardt, welcher sich auf seiner Website hauptsächlich mit Bonsai beschäftigt, nennt Lanzarote auch "die trockene Insel" und führt aus:

    Lanzarote, die nördlichste der großen Kanarischen Inseln, bekam ihr heutiges Gesicht im 18. Jahrhundert. Am ersten September 1730 taten sich auf einer Länge von 18 Kilometern 32 Vulkane auf. Die Ausbrüche dauerten bis in das Jahr 1736. In dieser Zeit wurden 25% der Inseloberfläche unter einer Lavaschicht begraben, darunter fast die gesamte Agrarfläche der Insel.

    Weintraube aus dem Weinanbaugebiet La Geria auf LanzaroteDas Klima auf Lanzarote ist durch die Lage in der nördlichen Passatzone in der Temperatur ausgeglichen, aber sehr niederschlagsarm. Auf Lanzarote fällt im Jahr etwa 200 Millimeter Regen, vorwiegend im gebirgigen Norden. Im Vergleich dazu: In der Bundesrepublik fällt jährlich etwa 800mm Niederschlag, wobei das Rheinland mit bis zu 1000mm deutlich mehr davon abbekommt, der Landstrich zwischen Magdeburg und Halle mit etwas unter 500mm dagegen der trockendste Teil Deutschlands ist.

    Im Inneren der südlichen Inselhälfte erstreckt sich zwischen den Ortschaften Uga und San Bartolomé das größte Weinanbaugebiet der Kanarischen Inseln: La Gería.

    Bedingt durch die geringen Niederschläge und dem Fehlen von Grundwasser hat sich auf Lanzarote eine weltweit einmalige Methode des Weinanbaus entwickelt: Der Anbau im Trockenfeld.

    Die heftigen Vulkanausbrüche, welche vor fast dreihundert Jahren die Kanareninsel Lanzarote verwüstet und dabei das größte geschlossene Lavafeld der Erde hinterlassen haben, brachten auch eine Voraussetzung für den Weinanbau ohne Süßwasser: Einen feinen vulkanischen Auswurf, "Lapilli" genannte etwa erbsen- bis nußgroße poröse Lavastückchen, welche zu abertausenden Tonnen ganze Teile der Insel bedecken.

    Weinanbau in La Geria auf LanzaroteDie einzelnen Weinreben werden, von niedrigen Lavamauern vor dem ständigen Wind geschützt, in trichterförmige Gruben gepflanzt, welche mit den »Lapilli« ausgekleidet sind. Bei den deutlich niedrigeren Nachttemperaturen kondensiert die Luftfeuchtigkeit in den feinen Kapillaren der porösen Lavastückchen und wird am Tage an die Wurzeln der Weinreben abgegeben.

    In der Weinkellerei El Grifo, der ältesten der Kanarischen Inseln, kann der hier erzeugte Wein verkostet werden. Produziert wird vorwiegend Moscatel und Malvasier, in jüngerer Zeit auch diverse Rotweine. Die Weine Lanzarotes werden in Deutschland und darüber hinaus in ganz Europa als Exoten gehandelt, welche durchaus einmal probiert werden sollten.

    Quelle: Uwe Harwardt - Bonsai-Info.net


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